«Herr, mein Gott, gross sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind.» Ps 40,6
Priester Probst nahm den Impuls des Chorliedes auf (391. Ich sing’ mein Lied). Er erzählte, dass er früher immer gesungen hätte, wenn er in den Keller gehen musste, da er ihm unheimlich gewesen sei. Mit einem Lied konnte er die Spannung besser aushalten und fühlte sich nicht so allein. Er verband diesen Gedanken mit dem Textwort, das ein Psalm ist, und auch singend vorzutragen sei. Manchmal sei es einem nicht so ums Singen zumute, und trotzdem ist Gott da und trägt einen. Die Gedanken Gottes seien uns Menschen nicht immer zugänglich, manchmal passierten Dinge, die man nicht erleben möchte. Trotzdem werden sie von Gott zugelassen. Gott wendet sich in diesen Momenten jedoch nicht von einem ab, sondern begleitet durch die schwierigen Zeiten. Mit diesem Bewusstsein sei es einfacher, Schwieriges zu durchstehen.
Der Psalm wurde zu Zeiten geschrieben, in denen Jesus noch nicht gelebt hatte. Also in einer Zeit, in der nur wenige Menschen mit Gott persönlich kommunizieren konnten und der Heilsplan Gottes noch sehr abstrakt war. Gottes unendliche Liebe zu den Menschen wurde durch die Sendung und schliesslich auch Opferung seines Sohnes offenbar. Wir können heute noch von dieser Liebestat profitieren, Sündenvergebung und Abendmahl hinnehmen und so näher an Gottes Liebe angeschlossen sein. Dies dürfen wir auch unseren Mitmenschen mitteilen (singen).
Zur Taufe der beiden Kinder nutzte Priester Probst ein Bild, das ihn in der Vorbereitung auf den Gottesdienst begleitet hat. Die beiden Jungs hätten nun ihre Reise mit einem «Lebensschiff» gestartet. Das Leben könne Wellen, Flauten, raue Winde oder auch ruhige See beinhalten. Mit der Taufe sei nun die Möglichkeit geschaffen, immer wieder in einen «Hafen» einzukehren. Der Hafen sei der Gottesdienst, wo am Altar neue Kraft und Gemeinschaft mit Gott und den Geschwistern zu erleben sei. Die Mutter sei dafür verantwortlich, mit den Kindern immer wieder im «Gemeindehafen» einzukehren, bis diese selbst die Verantwortung dafür übernehmen könnten.
Dem Segen zur Eisernen Hochzeit ging ein Wunschlied des Jubelpaares voraus: «Dennoch bleibe ich stets an dir (405.)». Priester Probst sagte, sie hätten in diesen 65 Jahren wohl einige Klippen umschifft, hätten sich und Gott jedoch die Treue gehalten. Zum Jubiläum sei ihnen von der amtlichen Gemeinde Riehen ein Besuch abgestattet worden. Sie wurden gefragt, was denn ihr Rezept gewesen sei, zusammenzubleiben in dieser langen Zeit. Erika meinte dann, sie hätten immer wieder neu angefangen. Priester Probst nahm diese Aussage auf und sagte, unser himmlischer Vater fange mit uns immer wieder neu an, lasse nie los und bleibe getreu an unserer Seite. Mit dem Segen zur eisernen Hochzeit bat er auch um neue Kräfte, diesem Motto treu bleiben zu können.